Wolfgang WeidlichIn großer Trauer und tief empfundener Dankbarkeit nehmen wir von Herrn Wolfgang Weidlich Abschied.

Wolfgang Weidlich verstarb am 7. Juni 2019 im Alter von 90 Jahren.

Der erfolgreiche Frankfurter Verleger wurde in Chemnitz geboren und behielt Zeit seines Lebens eine enge Verbindung zu seiner Heimatstadt. Der Buchhändler und Verleger Wolfgang Weidlich gründete 1992 unseren Verein „Förderer der Stadtbibliothek Chemnitz“. Ein Glücksfall für die Bibliothek, der Weidlich über die Jahre etwa 40 PKW-Ladungen mit Büchern überbrachte. Persönlich. Insgesamt legte er hierfür 40.000 Kilometer zwischen alter und neuer Heimat zurück – fährt gewissermaßen einmal um die ganze Welt.

Auch für den Chemnitzer Geschichtsverein war Wolfgang Weidlich ein Begleiter mit Herz und Tat. Er finanzierte einen Wettbewerb zu stadtgeschichtlichen Arbeiten von Schülerinnen und Schülern sowie Studierenden. Elf Mal wird der nach ihm benannte „Wolfgang-Weidlich-Preis“ von 1996 bis 2017 vergeben.

Insgesamt stellte Wolfgang Weidlich der Stadt Chemnitz eine halbe Million Euro in Bücher-, Sach- und Geldspenden bereit. Bleibende Werte, nicht nur Zahlen. Wolfgang Weidlich wird der Stadt Chemnitz als treuer Unterstützer, vor allem aber als Mensch in Erinnerung bleiben.

Wolfgang Weidlichs Vermächtnis reicht weit über die Welt der Bücher und Spenden hinaus.

Was ist die Bibliothek heute? – Sicher nicht nur Bücher... – Was sehen Sie in dem Universum, ob im Tietz, in den Stadteilbibliotheken, bei Veranstaltungen... – Wo und wie erleben Sie Bibliothek heute?

Anlässlich des 150. Geburtstages der Stadtbibliothek Chemnitz initiierte unser Verein einen Fotowettbewerb, in dessen Rahmen sich die Teilnehmer auf vielfältige Weise diesen Fragen stellten.

Am 26. Juni 2019 wurden unter den eingereichten Fotos die zehn besten Motive ausgezeichnet. Diese sowie 40 weitere Bilder werden in einer Ausstellung, die vom 26. Juni bis 31. August in der Zentralbibliothek im Tietz zu sehen ist, präsentiert.

Am 24. Februar 2018 wurde der Weltgästeführertag begangen. Dies nahmen unser Vereinsmitglied Grit Linke sowie Udo Mayer zum Anlass, bei kostenlosen Führungen zum Thema Agricola um Spenden für die Restauration eines "Sorgenbuches" aus dem historischen Bestand der Stadtbibliothek zu werben. Viele Teilnehmer folgten diesem Aufruf und so konnten 150 Euro zusammengetragen werden. Mit dieser Summe konnte der Grundstock für die Restauration des Werkes "Rerum Misnicarum libri VII" von Georg Fabricius aus dem Jahr 1569 gelegt werden.

Wir danken Frau Linke und Herrn Mayer ganz herzlich für ihre Initiative und ihr Engagement!

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